Kren kann mehr als scharf.

Die Geschichte des Krens

Ursprünglich stammt der Kren, der in einigen deutschsprachigen Gebieten auch Merrettich heißt, aus dem südosteuropäischen Raum. Es gibt verschiedene Theorien, wie er zu seinem Namen kam und ob es tatsächlich etwas mit „Meer“ oder dem slawischen zu tun hat. Tatsache ist, dass er bereits in der Antike bekannt, im Mittelalter in Europa eine vielgeschätzte Pflanze mit Heilkräften war und man im 13. Jahrhundert gut über die heilende Wirkung des Krens Bescheid wusste. Er durfte in keinem Klostergarten fehlen, wurde er doch zu Beginn seiner Karriere vielmehr als Medizin denn als Gewürz gesehen.

Seit 1850 ist vor allem die Steiermark ein traditionsreiches Kren-Anbaugebiet. Mit rund 380 Hektar ist die Südoststeiermark das größte zusammenhängende Krenanbaugebiet Europas und hat im Jahr 2017 ca. 3.000 Tonnen Steirischer Kren produziert.

Krengesund!

Heute weiß man, was den Kren gesund macht. Sein hoher Vitamin C-Gehalt (177 mg/100 mg Kren) übertrumpft sogar den der Zitrone (nur 53 mg/ 100 mg; Quelle: LK Steiermark)! Besonders in der kalten Jahreszeit soll 1 EL geriebener Kren am Tag vor Erkältungen schützen. Falls die Viren doch schon zuschlagen konnten, hilft z.B. eine Krenauflage auf verstopfte Nebenhöhlen.

Darüber hinaus soll die Wunderwurzel bei Husten, Rheuma, Gicht, zu hohen Blutfettwerten, Insektenstichen, und Nervenschmerzen wirken und sowohl Verdauung als auch die Nierentätigkeit fördern.

Die Inhaltsstoffe im Kren sind schuld, wenn uns die Tränen in die Augen schießen. Hier sind die Senfglykoside im Kren am Wirken. Gemeinsam mit Vitamin C, Vitamin B1, B2 und B6 sowie Mineralien wie Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium und Phosphor sorgen die so genannten Senföle für die antibakterielle Wirkung des Krens. Man nennt ihn auch das „Penicillin des Gartens“.

Steirischer Kren g.g.A.

Seit 2009 darf Steirischer Kren das Gütesiegel des europäischen Herkunftsschutzes tragen und „Steirischer Kren g.g.A.“ heißen. evtl. Logo??? Aber was macht denn ausgerechnet den steirischen Kren so besonders? – Es muss wohl an der liebevollen Pflege der steirischen Krenbauern liegen. Ein Sprichwort sagt: „Steirischer Kren will täglich seinen Herrn sehen.“ Die sorgsame Hege und Pflege dieser Pflanze umfasst 800 Arbeitsstunden pro Hektar Anbaufläche. Dabei wird nur der steirische Kren im Frühjahr in die Erde gelegt, das bedeutet, die Krenwurzel wird waagrecht in den Boden gepflanzt.  Ab Ende Mai werden die daraus gewachsenen Krenwurzeln von den Bauern gehoben, also aus der Erde genommen, und in Handarbeit werden die Seitentriebe der Wurzel entfernt, bevor der Kren wieder zurück in die Erde darf – waagrecht, versteht sich! So wird die Krenwurzel eine kräftige Stange und der der Kren-Kopf wird besonders dick! „Ein gebogener, starker Kopf ist das Markenzeichen des steirischen Krens“, weiß Martin Kern, Obmann der steirischen Krenbauern.

Zweimal im Jahr wird steirischer Kren „ausgebaut“, also geerntet: die erste Hälfte im November, die zweite Hälfte im März. Dabei ist steirische Erde der beste Lagerort für die wunderbare Wurzel. Steirischer Kren ist das ganze Jahr über erhältlich.

Extra-Tipp: So vermeidest du brennende Augen beim Krenreißen!

Kenner sind der Meinung, dass der Kren jede Träne, die bei seiner Zubereitung vergossen wird, wert ist. Allerdings muss das nicht sein! Beim Krenreißen einfach einen Schluck Wasser in den Mund nehmen! Das verhindert, dass wir weinen müssen. Klingt banal, wirkt aber tatsächlich! Probier es doch aus!

Du hast jetzt Appetit auf Kren bekommen Dann probier doch einmal eines unserer Steirischer Kren Rezepte!

der Klassiker: Steirisches Wurzelfleisch 

Video zum Steirischen Wurzelfleisch 

die Suppe: süße Rote Rüben mit scharfem Kren 

die Überraschung: Hendlschnitzel in Krenpanier!

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